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Kinderlähmung (Poliomyelitis)



Die Kinderlähmung (medizinisch „Poliomyelitis“ oder „Polio“) ist eine durch Viren übertragene Infektionskrankheit. Das Polio-Virus ist hochansteckend, daher tritt die Erkrankung meist bereits im Kindesalter auf. Jedoch können, anders als der Begriff vermuten lässt, auch Erwachsene an Kinderlähmung erkranken.

Kind wird geimpft © Thinkstock
Die Übertragung des Virus geschieht in der Frühphase der Infektion über Husten und Niesen (Tröpfcheninfektion), später durch eine Schmierinfektion, insbesondere von Hand zu Mund. Menschen können sich mit dem Erreger aber auch über verschmutztes Wasser oder verunreinigte Nahrung und Getränke infizieren. Schlechte hygienische Zustände begünstigen die Ausbreitung der Erkrankung. Die Viren befallen bevorzugt Nervenzellen, die die Bewegung kontrollieren.

Von einem Erkrankten geht eine Ansteckungsgefahr aus, solange er das Virus ausscheidet – in der Regel eine bis sechs Wochen. Die Inkubationszeit, also die Zeit von der Ansteckung bis zum Ausbruch der Krankheit, beträgt bei Kinderlähmung drei bis 35 Tage, der Durchschnitt sind eine bis zwei Wochen.

Symptome der Kinderlähmung

Etwa 95 Prozent der Infektionen verlaufen unbemerkt. Treten Symptome auf, verläuft die Krankheit in zwei aufeinanderfolgenden Phasen: Etwa ein bis zwei Wochen nach der Ansteckung beginnt die erste Phase mit unspezifischen grippeartigen Symptomen und Rachenbeschwerden. Gleichzeitig kommt es zu einer Vermehrung der Viren. In dem darauffolgenden fieberfreien Intervall befallen die Erreger das Nervensystem und lösen damit die zweite Krankheitsphase aus, in der eine Hirnhautentzündung oder Muskellähmungen (vor allem der Beine) auftreten können.

Diagnostik der Poliomyelitis

Die Polioviren lassen sich am besten im Stuhl, im Rachensekret oder im Rachenspülwasser nachweisen. Wenn auch das Zentrale Nervensystem beteiligt ist, kann der Erreger auch aus der Gehirnflüssigkeit (Liquor) isoliert werden. Zudem ist es möglich, Antikörper im Blut festzustellen.

Therapie der Kinderlähmung

Die Erreger können bei einer Kinderlähmung nicht bekämpft werden. Demnach ist es nicht möglich, die Ursache der Erkrankung zu behandeln. Jedoch können die Symptome gelindert werden. Der Patient sollte hierfür strenge Bettruhe einhalten. Zudem können entzündungshemmende Schmerzmittel die Beschwerden bessern. Wenn die akute Therapie der Kinderlähmung abgeschlossen ist, folgen meist längere physiotherapeutische und orthopädische Nachbehandlungen.

Poliomyelitis vorbeugen

Das einzig wirksame Mittel, um der Kinderlähmung vorzubeugen, ist eine Schutzimpfung. Die erste Impfung sollte im zweiten Lebensmonat erfolgen, eine Auffrischung im Alter von neun bis 17 Jahren.

Hier erfahren Sie mehr über die Schutzimpfung gegen Kinderlähmung.
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