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descriptionGrafik: Arterienquerschnitt
Tückisch: Zu hoher Blutdruck tut selten weh. Deshalb wird er oft nur zufällig entdeckt. Doch er ist Hauptrisikofaktor für Herzinfarkt und Schlaganfall.
descriptionGrafik: Nieren
Erst wenn Bluthochdruck lange besteht, treten Anzeichen wie Schwindel und Ohrensausen auf. Bis dahin können bereits Gefäße und Organe beschädigt sein.
descriptionMensch bindet Laufschuh
Weniger Stress, mehr Bewegung und gesunde Ernährung senken den Blutdruck. Reicht das nicht, lassen sich die Zielwerte mit Medikamenten erreichen.
descriptionLachs
Gemüse, Obst, Fisch und Olivenöl – die mediterrane Kost ist nicht nur lecker, sie wirkt auch positiv auf die Gefäße und kann bei Bluthochdruck helfen.
descriptionBlutdruckmessung am Handgelenk
Den Blutdruck regelmäßig selber messen und die Werte im Blutdruckpass protokollieren – das ist eine optimale Kontrolle, ob die Therapie ausreichend wirkt.
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Bluthochdruck: eine Zivilisationskrankheit

Ab 140/90 mmHg wird es gefährlich. Denn Bluthochdruck kann eine ganze Reihe von lebensbedrohlichen Krankheiten nach sich ziehen, etwa verschiedene Herzkrankheiten, Herzinfarkt und Schlaganfall. Als Ursache für die zu hohe Belastung in den Gefäßen gelten nicht nur eine genetische Veranlagung, sondern auch viele Faktoren, die jeder selbst beeinflussen kann – Übergewicht, Rauchen, Stress und Alkohol.

Im Überblick



Bluthochdruck ist eine der häufigsten Erkrankungen in Industrieländern. Allein in Deutschland leiden schätzungsweise 40 bis 60 Prozent der Männer und 30 bis 40 Prozent der Frauen unter arterieller Hypertonie. An den Folgen von zu hohem Blutdruck, wie Herzinsuffizienz, Herzinfarkt und Schlaganfall, sterben hierzulande jährlich mehr als 400.000 Menschen. Die Therapie von Bluthochdruck und dessen Folgeerkrankungen kostet die Krankenkassen jährlich mehrere Milliarden Euro. Dabei könnten zahlreiche Erkrankungsfälle vermieden werden, wenn gefährdete Menschen sich gesünder ernähren und mehr bewegen würden. Ist der Blutdruck bereits dauerhaft erhöht, kommt der rechtzeitigen und effektiven Therapie eine entscheidende Rolle zu: Das Risiko einer Folgeerkrankung ist umso größer, je höher die Blutdruckwerte sind und je länger ein Bluthochdruck besteht. Die Krankheit hat allerdings eine entscheidende Tücke: Oft bleibt sie so lange unbemerkt, bis im Körper bereits nicht wieder gutzumachende Schäden entstanden sind. Eine regelmäßige Kontrolle des Blutdrucks beim Hausarzt reicht meist aus, um die Erkrankung rechtzeitig zu erkennen. Inzwischen kann jeder den Blutdruck im Bedarfsfall bequem zu Hause messen.
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Klassifikation der Blutdruckwerte

Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat in ihren Richtlinien klare Grenzwerte für den Blutdruck festgelegt. Danach gilt ein Wert über 140/90 mmHg (Millimeter Quecksilbersäule) als Bluthochdruck. Gemessen wird der Druck einer Pulswelle im Blut, die an die Innenwände der Blutgefäße anstößt. Der erste Wert wird als systolischer Druck bezeichnet und entspricht dem Druck, der entsteht, wenn sich das Herz zusammenzieht und das Blut in die Arterien pumpt. Der zweite Wert ist der diastolische Druck, der in der Erschlaffungsphase des Herzmuskels im Kreislauf herrscht und dadurch niedriger liegt als der erste Wert. Wenn bei einem Patienten der systolische und der diastolische Wert in unterschiedliche Klassen der Einteilung fallen, wird die höhere Klasse gewählt.

Ein Beispiel kann das verdeutlichen: Es wird ein Wert von 135/95 mmHg gemessen. Während der erste Wert noch normal ist, gilt der zweite Wert bereits als leicht erhöht. Man spricht bei diesem Ergebnis von einer leichten Hypertonie (Schweregrad I).

Grenzwerte für den Blutdruck (Tabelle: Klassifikation der Blutdruckbereiche der WHO)

Klassifikation

systolisch
diastolisch
optimal < 120 < 80
normal < 130 < 85
'noch'-normal 130 - 139
85 - 89
leichte Hypertonie (Schweregrad 1) 140 - 159 90 - 99
mittelschwere Hypertonie (Schweregrad 2) 160 - 179 100 - 109
schwere Hypertonie (Schweregrad 3) > 180 > 110
isolierte systolische Hypertonie > 140 < 90

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Ursachen von Bluthochdruck

Die Blutdruck-Höhe wird über einen komplizierten Regelkreislauf gesteuert. Verschiedene Hormone, Botenstoffe und Signalwege im Körper spielen dabei eine Rolle. Entscheidend für die Höhe des Blutdrucks sind die Blutmenge, die das Herz pro Minute in den Kreislauf pumpt (Herzminutenvolumen), sowie der Widerstand, den die Blutgefäße dem Blutstrom entgegensetzen. Dauerhaft hoher Blutdruck entsteht auf zwei Wegen:
  • wenn das Herz vermehrt Blut durch den Körper pumpen muss, um alle Organe ausreichend mit Sauerstoff zu versorge,
  • wenn Gefäßverkalkung (Arteriosklerose) die Gefäßwände starr und unelastisch macht und somit dem Blutstrom einen höheren Widerstand entgegensetzt.

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Folgen von erhöhtem Blutdruck

Liegt der Blutdruck dauerhaft über dem Grenzwert von 140/90 mmHg, entsteht ein Teufelskreis: Der höhere Druck belastet die Gefäßwände, die dadurch schneller verschleißen und verhärten (Arteriosklerose), was wiederum den Druck weiter in die Höhe treibt. Infolgedessen braucht das Herz mehr Kraft, der Herzmuskel wird dicker, um mehr leisten zu können. Außerdem dehnen sich die Herzhöhlen aus und nehmen mehr Blut auf. Allerdings stoßen Ausdehnung und Wachstum des Herzens schnell an ihre Grenzen. Die dicker werdende Herzwand wird schlechter mit Sauerstoff versorgt, insbesondere dann, wenn zusätzlich die Herzkranzgefäße (Koronararterien) durch Arteriosklerose verengt sind. Wird Bluthochdruck nicht konsequent behandelt, sind deshalb Folgeschäden wie Herzinsuffizienz, Koronare Herzerkrankung und Herzinfarkt vorprogrammiert.
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Bluthochdruckformen und Risikofaktoren

Beim Bluthochdruck unterscheidet man je nach Ursache und Einfluss von Risikofaktoren zwei Formen:

Primäre oder essenzielle Hypertonie
Über 90 Prozent der Bluthochdruckpatienten leiden unter einer primären oder essenziellen Hypertonie, deren Ursachen bisher nicht vollständig geklärt sind. Viele unterschiedliche Faktoren wie Veranlagung und Hormone spielen bei der Entstehung eine Rolle. Entscheidend aber ist der Lebensstil:
  • Übergewicht
    Übergewichtige haben ein höheres Risiko für Bluthochdruck. Umgekehrt reduziert jedes abgespeckte Kilo den Blutdruck um zwei mmHg.
  • Stress
    Anspannung, Termindruck, Hektik und Ärger wirken sich auf Dauer ebenfalls negativ auf den Blutdruck aus. Hypertoniker scheiden unter Anspannung mehr Stresshormone im Urin aus als Menschen mit normalen Blutdruckwerten.
  • Alkohol
    Schon kleine Mengen Alkohol aktivieren unser vegetatives Nervensystem. Die Folge: Das Herz schlägt schneller, der Blutauswurf steigt und damit auch der Blutdruck. Dauerhafter Alkoholgenuss führt zu gefährlichem Bluthochdruck. Der Verzicht auf Alkohol hilft auch Menschen, deren Bluthochdruck nicht durch Alkoholmissbrauch bedingt ist, den Druck zu normalisieren.
  • Rauchen
    Rauchen gilt als Hauptrisikofaktor für Arterienverkalkung (Arteriosklerose). Manche Inhaltsstoffe des Tabakrauchs schädigen Gefäßwandzellen sowie elastische Fasern in den Arterienwänden. Dadurch werden die Blutgefäße starr und durch die Verkalkung enger, was beides zu einer Blutdruckerhöhung beiträgt.
  • Genetische Faktoren
    Aus Zwillingsstudien ist bekannt, dass Kinder von Hypertonikern ein doppelt bis dreifach erhöhtes Risiko für die Entwicklung eines Bluthochdrucks haben. Vererbt wird nur in Ausnahmefällen ein isolierter Gendefekt. Meist finden sich Veränderungen an verschiedenen Genen, die im Zusammenspiel mit Umweltfaktoren (Konstitution, Stress, Ernährung, Rauchen etc.) zur Erkrankung führen.
  • Hormonelle Faktoren
    Sie können bei entsprechender Veranlagung eine begünstigende Rolle spielen. So beginnt ein Bluthochdruck bei Frauen häufig in den Wechseljahren.
Tritt die essenzielle Hypertonie zusammen mit Fettleibigkeit, Diabetes und einer Fettstoffwechselstörung auf, so spricht man vom „Metabolischen Syndrom“. Es ist typisch für westliche Industrienationen und wird auch als „Wohlstandssyndrom“ bezeichnet. Ist jede der beteiligten Krankheiten für sich allein schon ein Risikofaktor für eine Arteriosklerose, so steigt das Risiko für die Gefäßverkalkung drastisch an, wenn alle Faktoren gemeinsam vorliegen.
Sekundäre Hypertonie
Bei dieser Form des Bluthochdrucks findet sich eine Erkrankung oder Störung im Körper, die ursächlich für die Hypertonie verantwortlich zu machen ist. Dazu zählen Nierenerkrankungen (zum Beispiel chronische Entzündungen, Tumoren oder eine Nierenarterienstenose) sowie Hormonstörungen. Der Einfluss der Lebensgewohnheiten ist hier geringer als bei der primären Hypertonie.

Blutdruckerhöhungen in der Schwangerschaft oder durch Medikamente zählen nicht zu den Ursachen für eine chronische arterielle Hypertonie, weil die Blutdruckerhöhung in diesen Fällen meist nur vorübergehend ist.
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Grafik: Herz-Kreislauf-System
© Shutterstock
Sauerstofftransporter: Über die Blutbahnen werden die Zellen des Körpers mit Sauerstoff versorgt. Muss das Herz mehr Blut durch den Körper pumpen, um die Versorgung zu gewährleisten, entsteht Bluthochdruck.
Grafik: Herz
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Herzmuskel in Gefahr: Bei hohem Blutdruck muss das Herz mehr arbeiten, um das Blut durch den Körper zu pumpen. Durch dieses unfreiwillige Training verdickt der Herzmuskel. Die Herzwand wird schlechter mit Sauerstoff versorgt und es drohen Herzinsuffizienz, koronare Herzkrankheit und Herzinfarkt.
Grafik: Arterienquerschnitt
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Verkalkte Gefäße: Der erhöhte Druck belastet die Arterien. Sie verschleißen schneller, verhärten und verengen sich. Diese sogenannte Arteriosklerose treibt wiederum den Druck in die Höhe - ein Teufelskreis.